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Solvency II

Ähnlich wie bei Basel II im Finanzbereich sollen mit Solvency II neue Solvabilitätsvorschriften zur Risikoerfassung, -bewertung und -controlling verpflichtend in die Kapitalanlage von Versicherungen eingeführt werden.

Das Ziel von Solvency II ist, ein Solvabilitätssystem zu etablieren, das den realen Risiken eines Versicherers besser Rechnung trägt. Dieses soll:

  • nicht übermäßig viele Vorschriften enthalten,
  • unangemessene Komplexität vermeiden,
  • die Marktentwicklungen reflektieren und
  • möglichst auf allgemeinen Rechnungslegungsprinzipien basieren.

Dieses grundlegend neue Solvabilitätssystem soll die tatsächlichen Risiken eines Versicherers umfassend, realistisch und zeitnah darstellen und damit eine ausreichende Eigenkapitalhinterlegung ermöglichen. Hierzu müssen angemessene und nachweisbare Methoden zum Risikomanagement der Versicherungsunternehmen etabliert werden, die zu einer erhöhten Transparenz gegenüber der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht führen.

Durch ein integriertes und proaktives Risikomanagement sollen insbesondere fünf zentrale Risikokategorien überwacht und auf einander abgestimmt gesteuert werden.

  • Versicherungstechnische Risiken (z.B. Prämienkalkulation, Reservierung, Rückversicherungsnahme),
  • Marktrisiken (Volatilität der Kapitalanlagen),
  • Ausfallrisiken (sowohl mit Blick auf Schuldner in der Vermögensanlage als auch mit Blick auf Rückversicherer),
  • Operationelle Risiken (z.B. IT-Ausfälle/Verfügbarkeit, Personalfehler, Organisationsdefizite, Verlust der Vertraulichkeit oder Integrität von Informationen) sowie
  • Asset-Liability-Mismatching- Risiken (Missverhältnis von Aktiv und Passivwerten).

Weiterhin soll die 3-Säulen-Struktur aus Basel II auch für die Versicherungswirtschaft eingeführt werden. Die erste Säule beinhaltet die neue Bestimmung zu den erforderlichen Eigenkapitalanforderungen. Die zweite Säule enthält die Regelungen zur aufsichtsrechtlichen Prüfung, während in der dritten Säule die Marktdisziplin in Form einer verstärkten Offenlegungs- und Publizitätspflicht thematisiert.

Solvency II soll spätestens bis 2009 umgesetzt sein, wodurch sich Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft ergeben. Ziel ist, ähnlich wie Basel II, die Versicherungsunternehmen dazu bringen, ihre Risikolage besser zu bewerten und zu managen. Hieraus ergeben sich zahlreiche Anforderungen an ein funktionierendes operationelles Risikomanagement.

Mit Hilfe einer ganzheitlichen Betrachtungsweise sollten Prozesse optimiert, das IT-Sicherheitsniveau gehoben und ein internes Kontrollsystem umsetzt werden, um ein effektives Risikomanagement zu erreichen, welches kommenden Anforderungen von Solvency II gerecht wird.